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    Lernen Sie sicher aufzutreten, in der Öffentlichkeit den Medien und bei Vorträgen.
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Seminar-Angebot

Seminarablauf am Beispiel:
Strategische und manipulative Kommunikation im Alltag

Sicheres Auftreten – notfalls bei völliger Ahnungslosigkeit

Wenn man Menschen fragt, warum sie sich in Rhetorik, in strategischer und/oder manipulativer Kommunikation schulen lassen, kommt – abgesehen von unterschiedlichen Formulierungen – bei fast allen stets das gleiche Anliegen zum Vorschein:

In erster Linie müsse man in der Öffentlichkeit stehen, viele wollen dieses auch, und so müssten sie alle Befangenheit und Unsicherheit überwinden, die jedermann in sogenannten öffentlichen Situationen daran hindert, klar zu denken, sich zu konzentrieren, sich zu erinnern und wirkungsvoll mit anderen zu kommunizieren.

Sicherheit und Selbstvertrauen gewinnen sind die Maxime, die man mit dem Besuch eines solchen Kurses verbindet. Die Fähigkeit, klar zum Ausdruck bringen zu können, was man denkt und fühlt, was man anderen mitteilen will.

Sie alle möchten im privaten Kreis, sowie im Berufs- und Geschäftsleben in der Lage sein, sich präzise auszudrücken und überzeugend zu wirken. Allen gemeinsam ist das Gefühl der Unzulänglichkeit, vor einer Gruppe aufzutreten. Dieses Gefühl ist jedoch beeinflussbar, kann mit einer gewissen Übung sogar völlig unterdrückt werden.

Wenn eine Verbesserung der rhetorischen Fähigkeiten Sicherheit und Selbstvertrauen vermittelt, erweitern sich damit die Möglichkeiten der Verständigung unter Menschen.

Rhetorik ist ein wirksames Mittel, seine eigene Einstellung und sein Wissen zu transportieren, seine Ziele zu erreichen und sein Publikum zu begeistern.

Menschen haben aufgrund ihrer verschiedenen ausgeprägten Anlagen entweder Talent zum Reden oder müssen ihre Anlagen entsprechend durch Training entwickeln.

Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten dazu vorhanden sein müssen oder entwickelt werden können, erfahren Sie anhand von praxisnahen Beispielen.

Teletraining: Wie „verkaufe“ ich meine Meinung (oder die meines Chefs) und mich in den Medien und vor Publikum?

Statement, Vortrag, Rede – Eine Einleitung

Wenn Sie sich auf einen Vortrag vorbereiten, unterscheiden sich hier ihre zu beachtenden Umstände deutlich von Diskussionen, Einzelinterviews oder gar Talk-show-ähnlichen Veranstaltungen.

Ein Statement können Sie vorbereiten, Sie bestimmen den Verlauf, den Aufbau, die Struktur, den gesamten Ablauf Ihrer Rede selbst.

Bei sehr kurzen Statements gelten – vor allem natürlich in den visuellen Medien – andere Bedingungen als z.B. bei längeren Vorträgen. Es gilt immer die Maxime: „Und bist du noch so fleißig, sie senden nur Eins-dreißig“. Das bedeutet, die Sendezeit ist begrenzt, fasse dich kurz, komme auf den Punkt.

Aber wie?

Zunächst einmal muss man sich – leider Gottes – von dem ständigen Wunsch lösen, Inhalte im Zusammenhang erläutern zu wollen. Bei sehr kurzen Statements haben Sie dazu weder Zeit, noch können Sie einfach so ohne weiteres davon ausgehen, dass Ihnen die Menschen (also Ihre Zuschauer/Zuhörer/Publikum etc.) überhaupt länger folgen wollen.

Die Lösung ist so einfach wie unbefriedigend:

Reden Sie plakativ, polarisieren Sie, konstruieren Sie Beispiele, vermeiden Sie große Zusammenhänge, malen Sie schwarz-weiß. Sie sind immer die „Guten“, alles, was Ihre vermeintliche Gegenseite, also die „Bösen“ sagen, ist schlecht. Konstruieren Sie ggf. sogar ein „Schreckensszenario“, das beschreibt, was geschehen wird, wenn die Position der Gegenseite realisiert wird.

Denken Sie an Seh- und Hörgewohnheiten. In der Regel ist Ihre Zuschauerschaft eine heterogene Masse von Menschen, mit unterschiedlicher intellektueller Bildung, verschiedenen Berufen, aus allen sozialen Schichten etc.

Sie müssen nicht die Menschen überzeugen, die ohnehin schon Ihrer Meinung sind, es geht um die Masse derer, die gegen Ihre Meinung und Position sind, bevor sie Sie gehört bzw. gesehen haben, und nicht zuletzt um die weitaus größere Gruppe der zumeist nicht Betroffenen. Die müssen Sie erreichen, hier brauchen Sie Zustimmung, dort müssen Sie mobilisieren.

Verstricken Sie sich nicht in komplizierten Wortschöpfungen, sondern erläutern Sie an Beispielen, was geschieht, falls Ihre Position sich nicht durchsetzen lässt.

Klicken Sie auf die folgenden Beispiele für Seminarveranstaltungen, um detaillierte Informationen zu der entsprechenden Seminarveranstaltung zu bekommen:

Das Statement

Erarbeitung eines kurzen Statements (ca. 90 Sekunden)

Organisieren Sie sich!

Schreiben Sie zunächst den „Oberbegriff“ (Wunsch, Thema, Forderung, Problemstellung o.ä.) auf ein Blatt Papier.

Zum Beispiel: LADENSCHLUSSGESETZ

Überlegen Sie nun – gemäß Ihrer Absicht und Position – was für oder gegen eine Beibehaltung des Ladenschlussgesetzes spricht. Nehmen Sie einmal an, Sie seinen Gewerkschaftsvertreter. Dann wollen Sie beispielsweise zum Ausdruck bringen, dass der derzeitige Status quo völlig ausreicht, also eine Veränderung nicht nur nicht angebracht ist, sondern geradezu „katastrophale“ Folgen nach sich ziehen würde.

Positionieren Sie sich und seien Sie dabei plakativ!

Schreiben Sie nun alle Begriffe, die Ihnen „positiv“ erscheinen, auf die linke Seite Ihres Blattes und vergeben Sie dann „Hierarchien“.

Beispiel:

  • 70 Stunden sind genug (wichtig)
  • Der Sonntag ist Familientag besonders wichtig
  • Längere Öffnungszeiten gefährden Arbeitsplätze erwähnenswert
  • Freizeit muss planbar bleiben erwähnenswert
  • Die Familie ist gefährdet besonders wichtig

Seien Sie emotional, schaffen Sie Betroffenheit, schüren Sie Ängste, arbeiten Sie mit leicht nachvollziehbaren Beispielen. Wichtig ist, dass die Masse der Menschen, nachdem Sie Ihr Statement gesehen und gehört hat, hinter Ihnen steht, Sie müssen sie überzeugt haben, Argumente können überzeugen, müssen aber nicht zwangsläufig auch zu einer Zustimmung führen. Wenn es Ihnen jedoch gelingt, Sympathien für Ihre Person und das Gesagte zu erlangen, haben Sie meist gewonnen.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Fernsehzuschauer sich festlegen können, ob Ihnen der Herr X oder die Dame Y „besser“ gefallen habe, jedoch „warum“ dieses so war, begründen sie in den seltensten Fällen damit, deren Argumente haben Sie überzeugt.

Der Vortrag

Erarbeitung eines Vortrags (bis ca. 5 Minuten)

Haben Sie etwas mehr Zeit, ist dieses nicht gleichbedeutend damit, dass Sie nun ausschweifender Reden können. Selbstverständlich haben Sie die Möglichkeit, mit längerer Redezeit auch mehr mitzuteilen, doch kommt es darauf an?

Auch hier gilt, Aufbau, Struktur, Diktion, Rhetorik, Mimik, Gestik etc. Sind meist weitaus bedeutungsvoller als prägnante Sachargumente. Versuchen Sie, in Ihrem Vortrag Spannung aufzubauen, werfen Sie Fragen auf, die Sie im Laufe des Vortrages auch beantworten, mit einer Lösung besetzen, die einzig mögliche und richtige ist.

Führen Sie Floskeln ein wie „meine sehr verehrten Damen und Herren“ (nicht nur am Anfang eines Vortrags, sondern auch mittendrin), schaffen Sie Aufmerksamkeit, geben Sie Möglichkeiten zur Identifikation, wie z.B.:

  • „… und das sehen Sie doch sicher auch so“
  • „da spreche ich doch sicher in Ihrem Namen …“
  • „das wissen wir doch alle …“

Schaffen Sie Betroffenheit, agieren Sie mit leicht nachvollziehbaren Beispielen, beschreiben Sie die vermeintliche Realität, die ihre Gegenseite postuliert, mit negativen Beispielen und Satzanfängen „es kann doch wohl nicht richtig (sozial, gut, fair …) sein, wenn xyz geschieht …“, Konstruieren Sie ggf. inhaltslose Allgemeingültigkeiten und besetzen Sie diese für sich positiv „aber Sonntags muss Papi zu Hause sein …“ Und „Shopping bis nach Mitternacht, nur der Unternehmer lacht …“ etc. Bedenken Sie, Sie sind im Fernsehen. Schauen Sie in die Kamera, bei einem Vortrag lesen Sie wahrscheinlich ab oder orientieren sich an Notizen. Vergessen Sie, dass Sie „allein“ sind, denken Sie einfach, Sie müssten vor einer Gruppe von Menschen reden, die Sie anschaut. Also schauen auch Sie an!

Setzen Sie Akzente, betonen Sie die Worte, die Ihnen wichtig sind, machen Sie rhetorische Kunstpausen, lächeln Sie, und vor allem, vermitteln Sie Ruhe, Seriosität und Kompetenz!

Die Rede

Erarbeitung einer Rede (mehr als 5 Minuten)

Hier gelten alle o.g. Regeln, nur kommt hinzu, dass Sie aufgrund der Länge Ihrer zur Verfügung stehender Redezeit nicht nur detaillierter und pointierter sein können und müssen, sondern auch darauf zu achten haben, Ihre Zuschauer „bei der Stange“ zu halten.

Sie müssen jetzt noch stärker auf Ihre Wortwahl, auf Diktion, Mimik und Gestik achten. Reden Sie lebhaft, engagiert, lassen Sie die Zuschauer merken, dass Sie nicht nur etwas „vortragen“, sondern dass Sie auch „dahinter stehen“.

Betonen Sie richtig, nämlich die Worte, die Ihnen wichtig sind. Vermitteln Sie Kompetenz und „Wärme“, setzen Sie Ihre Ausstrahlung ein.

Das Interview

Durchführen eines Interviews

Sicher kennen Sie die zwei typischen Situationen eines Interviews. Entweder Sie können sich vorbereiten, kennen Termin und Thema mittel- oder langfristig, oder Sie bekommen einen Anruf, ob Sie sich einmal kurz (d.h. sofort) zu diesem oder jenem Thema äußern können.

Zunächst einmal: Sie können. Immer und jederzeit, denn nutzen Sie Ihre Chancen, Medienpräsenz zu bekommen. Auch wenn Sie nichts zu sagen haben, sagen Sie etwas!

Greifen Sie aus allen Themen dieser Welt (zu denen Sie sich ja äußern sollen, Sie sind ja gefragt, nicht X, Y oder Z), einfach das heraus, was Sie relativ leicht als für sich oder Ihre Institution als „positiv“ verkaufen können oder wollen.

In der Regel sind Ihnen die Themen ja geläufig, Sie sollten also bereits kontinuierlich üben, was Sie auf die eine oder andere Frage sagen werden, wenn Sie denn gestellt wird. Die meisten Journalisten haben auch keine Zeit, d.h. sie stellen Ihnen drei bis vier Fragen, mit denen Sie einfach rechnen müssen, wenn Sie Ihr Tagesgeschäft beherrschen, also können Sie sich auch vorbereiten.

Antworten Sie auf Fragen, nehmen Sie Bezug, weichen Sie den Fragen nicht aus, aber seien Sie auf der Hut, dass Sie auf jeden Fall auch das loswerden, was Ihnen wichtig ist.

Kurz: Beantworten Sie auch Fragen, die Ihnen gar nicht gestellt wurden, wenn Sie dadurch „punkten“ können. Falls es Ihnen gefährlich erscheint, aus einer Frage gut „herauszukommen“, lenken Sie geschickt ab. Zum Beispiel können Sie sagen: „Das ist eine berechtigte Frage, Herr XYZ, viel wichtiger ist es aber doch zu betonen, dass …“ und dann verkaufen Sie das, was Ihnen wichtig ist.

Und wenn der Journalist dann nachfragt?

Machen nicht alle, eher wenige (was auch mit der abnehmenden Qualität der Journalismusausbildung und mit Zeitfaktoren zusammenhängt, die Sie zu Ihrem Vorteil ausnutzen können!), aber wenn doch, müssen Sie jetzt reagieren. Nutzen Sie auf jeden Fall die Zeit, die Sie ja dadurch gewinnen, dass Sie zunächst das „herunterspulen“, was Ihnen wichtig erscheint, und was Sie ja dann eigentlich auch beherrschen sollten, um sich auf die eventuell doch kommende Nachfrage vorzubereiten. Und dann haben Sie ja die Möglichkeit, zum Beispiel allgemein zu bleiben, unverbindlich, nicht antastbar, zur Not polarisieren Sie heftig, ein Beispiel:

Frage: „Versperren sich die Gewerkschaften hier nicht dem Wunsch einer breiten Masse der Bevölkerung, wenn man nach 20:00 Uhr und am Sonntag nicht mehr einkaufen kann?“

Die Gefahr, dem „Wunsch der breiten Masse der Bevölkerung“ nicht zu entsprechen und damit unterschwellig an Sympathie zu verlieren, ist hier groß. Also folgen Sie doch vielleicht zunächst einmal dem o.g. Vorschlag:

Antwort: „Es geht hier um knallharte Unternehmerinteressen, das wollen wir doch einmal klar herausstellen. Bedingt durch Teilzeitarbeit, Wechselschichten und ähnliche unsoziale Arbeitsstrukturen haben wir bereits zerrüttete Familien. Sollen wir nun auch noch den Sonntag der Unternehmerwillkür und der Unternehmerbereicherung opfern? Nein, der Sonntag ist Familientag, und das muß auch so bleiben.“

Und dann kommt Sie vielleicht doch noch, die Nachfrage …

Frage: „Aber wir wollen doch alle Sonntags Einkaufen, Sie doch sicher auch, der Familientag kann doch auch beim Shopping in der City verbracht werden?“

Jetzt brauchen Sie die Kurve, aber damit müssen Sie natürlich rechnen, Zeit genug, sich vorzubereiten, hatten Sie ja, also haben Sie jetzt auch was „in petto“.

Antwort: „Wir müssen doch abwägen, Herr XYZ, wie wichtig dieses Öffnen der Geschäfte für eine allgemeine Lebensqualität denn nun wirklich ist. Wenn es um das Bummeln durch die City geht, geht das doch auch so, und im übrigen gibt es doch bessere Plätze für Familienausflüge als die City, den Zoo, einen Ausflug ins Grüne oder im Winter zum Rodeln, da liegen doch die Werte, die wir erhalten müssen. Und dann sind wir auch auf dem Punkt: Der Einsatz von Mitarbeitern, Verkäuferinnen, Kassiererinnen und Personal am Sonntag trennt doch diesen Familientag, es sind doch Mütter und Väter, die da in den Geschäften stehen, die haben auch Kinder, und mit Verlaub, wenn es denn wirklich Dringendes gibt, was noch eingekauft werden muss, dann haben wir doch in Deutschland auch jetzt schon Gelegenheiten genug, dieses auch am Samstag Abend oder am Sonntag zu bekommen.“

Das Streitgespräch (zwei Personen, ein Moderator)

Verhalten im Streitgespräch (zwei Personen, ein Moderator)

Das Streitgespräch mit nur einem „Gegner“ hat zunächst einmal den Vorteil, dass Sie zwingend auch regelmäßig zu Wort kommen, Sie müssen sich hier nicht das Wort erkämpfen, Redezeit erstreiten oder befürchten, nur einmal zu Wort kommen und dabei vielleicht schlecht auszusehen. Hier ist vieles korrigierbar, erläuterbar, Sie können nachfassen, nachhaken und „auf den Punkt“ kommen.

Aber wollen oder sollen Sie das überhaupt?

Auch – und vielleicht gerade hier – haben wir eine Duellsituation. Dort zum Beispiel der Unternehmer, hier Sie, statt mit Feuerwaffen argumentieren Sie mit feurigen Worten, das erwartet auch der Zuschauer, panem et circenses, Brot und Spiele.

Nein, ich vereinfache nicht, ich glaube auch nicht zu übertreiben, wenn wir hier einfach auf den Begriff „Wirkung“ reduzieren.

Denken Sie daran, Sie sind im Fernsehen, Sie kennen Ihre Zuschauer nicht, Sie wollen Sie aber für sich gewinnen. Dieses ist keine Auseinandersetzung im Rahmen einer Betriebsversammlung, wo Ihnen Kolleginnen und Kollegen mit Applaus und Zurufen bekunden, dass Sie Ihrer Meinung sind.

Sie haben keine Resonanz, messbar immer erst im Nachgang, aber dann ist es zu spät, da ist nichts mehr zu korrigieren, Sie können im besten Fall noch beim nächsten Mal besser aussehen. Also bereite ich mich vor. Zunächst einmal inhaltlich, da unterscheiden Sie sich methodisch nur unwesentlich von routinierten Arbeitsweisen.

Notieren Sie sich, wie schon zuvor beschrieben, Ihre Schlagworte und Argumente, die Ihnen wichtig sind, die Sie verkaufen möchten.

Notieren Sie sich aber auch dann alle Schlagworte, Argumente und „Scheinargumente“ Ihrer Gegenseite, und vor allem, überlegen Sie sich, wie Sie damit umgehen.

Vergeben Sie dann Hierachien, d.h. welches ist mein stärkstes Argument, was bringe ich unbedingt, welches könnte das stärkste Argument (oder „Scheinargument“) meiner Gegenseite sein, was sage ich dann dazu etc.

Schreiben Sie alles auf, üben Sie eine fiktive Rede und Gegenrede. Versuchen Sie, zu polarisieren, die Gegner werden dieses ohnehin probieren, nutzen Sie leicht verständliche Schlagworte, besetzen Sie Begriffe, die jeder kennt und individuell gestaltet, positiv, umschreiben Sie, nennen Sie Beispiele für Auswirkungen, wenn dieses so geschieht, wie Sie es wünschen , aber zeichnen Sie ruhig ein „Schreckensszenario der Zukunft“, wenn sich die Forderungen der Gegenseite realisieren.

Versuchen Sie, Ihren Gegner inkompetent wirken zu lassen, aber bleiben Sie dabei oberflächlich, vermeiden Sie, mit Zahlen zu arbeiten, das führt zu nichts, das interessiert die Zuschauer nicht. Arbeiten Sie mit Floskeln wie: „… da sollten Sie aber einmal nachfragen, das sieht doch ganz anders aus …“ oder „… sie zerstören hier bewusst Familien …“ oder „… mit diesem Ansatz sind Sie doch schon immer gescheitert, und das wissen Sie doch auch genau …“ oder „sie sollten unsere Zuschauer nicht für so naiv halten, dass Sie Ihnen hier abnehmen, es gehe Ihnen um die Schaffung von Arbeitsplätzen, es geht Ihnen um die Vermehrung von Unternehmensgewinnen, und da ist Ihnen scheinbar mittlerweile jedes Mittel recht …“ und so weiter.

Begeben Sie sich nicht auf dünnes Eis! Wenn Sie bereits im Vorfeld erkennen, daß eventuelle Argumente Ihrer Gegenseite in der Bevölkerung Zustimmung finden, haben Sie (momentan) wenig Chancen. Finger weg, gehen Sie auf andere Bereiche ein, bei denen Sie leichter und schneller punkten können. Retten Sie sich zur Not mit eigenen „Scheinargumenten“, wichtig ist, das der „Schwarze Peter“, der „Schuldige“ wieder Ihr Gegenüber wird.

Beispiel: In den Köpfen der Zuschauer hat sich festgesetzt, dass die Gewerkschaft Mitglieder verliert. Kaum jemand weiß, welche Gewerkschaft genau dieses ist, keinen interessieren Zusammenhänge. Wenn nun die Gegenseite Zusammenhänge herstellt wie „Ihre Mitglieder laufen Ihnen je schon weg, weil Sie sie nicht mehr vertreten …“ ist dieses schwer zu entkräften, Sie müssten dann ins Detail gehen, die Zeit haben Sie nicht, und der Mitgliederschwund ist trotzdem in den Köpfen der Zuschauer zunächst einmal drin.

Vermeiden Sie deshalb Argumente wie : „Das trifft nur für XYZ zu, in Bremen haben wir wieder Zunahmen …“ und ähnliches, vergessen Sie dieses. Auch plakative Dinge wie „Die Gewerkschaften verlieren Mitglieder weil die Unternehmer Mitarbeiter entlassen“ eignet sich nur für Gewerkschaftsveranstaltungen, als Entkräftung dieses Arguments reicht das nicht aus.

Wechseln Sie lieber in ein Kompetenz-Spiel und versuchen Sie humorvoll zu punkten, zum Beispiel: „Herr XYZ, ich bin doch überrascht, dass Sie nun auch noch wissen wollen, was unsere Mitglieder denken und ob Sie sich von der Gewerkschaft vertreten fühlen, bei den vielen Sitzungen und Arbeitsessen in Arbeitgeberrunden, an denen Sie so teilnehmen, ist doch wohl die Gefahr größer, die Realitäten des Alltags zu verlieren, aber ich lasse Ihnen gerne einmal unser Mitteilungsblatt zukommen, wenn da Nachholbedarf ist …“

Die größere Gesprächsrunde (Talk-Show-ähnliche Veranstaltungen)

Verhalten in größeren Gesprächsrunden (Talk-Show-ähnlichen Veranstaltungen)

Zu dem bisher Gesagten kommt nun hinzu, das Sie nach der obligatorischen Einführungs- und Vorstellungsrunde eigentlich nur noch zu Wort kommen, wenn Sie gezielt durch die/den Moderatorin/en gefragt werden oder das Wort erteilt bekommen, um auf Fragen/Angriffe etc. der Gesprächsteilnehmer zu antworten.

Das reicht uns nicht aus!

Es geht zunächst einmal um Medienpräsenz, ich muss versuchen, vom Kuchen Sendezeit das größte Stück für mich abzuschneiden. Dieses muss ich aber vorsichtig und sensibel zu realisieren versuchen, es sollte (für andere) nicht bewusst oder so wenig auffällig wie möglich stattfinden. Der sich wild gebärdende Gesprächsteilnehmer, rufend, gestikulierend, mit Lautstärke hervortretend, hat vielleicht die meiste Sendezeit, aber auch die schlechtesten Ratings (Bewertungen).

Denken Sie an Gerhard Schröder nach der diesjährigen Bundestagswahl in der sogenannten „Elefantenrunde“. Spektakulär war sein Auftritt schon, aber hat es genutzt? Und vor allem, wie weit kommt man in der Langzeitbetrachtung damit? Was bleibt beim Zuschauer „hängen“, und was sollte eigentlich „hängen bleiben“?

Aber gehen wir es der Reihe nach an:

In der Regel treffen Sie bei einer solchen Gesprächsrunde nicht nur auf Gegner, sondern auch auf Experten (oder sogenannte), die aus welchen Gründen auch immer daran teilnehmen. Wichtig ist zunächst, die Meinung dieser Experten anzuhören, Ihre Richtung und Argumentationsstrategien aufzunehmen und festzustellen, sind die eher für oder gegen mich, kann ich Sie auf meine Seite holen oder habe ich hier, zusätzlich zur eh schon existierenden Gegenseite, noch weitere „Feinde“. Einer Person kann ich mich natürlich eher stellen als mehreren, nicht immer ist im Vorfeld klar (zur Ehrenrettung der Moderatoren gesagt, auch diese können mal irren), wer wen unterstützt, und Parität ist nicht immer vorhersehbar. Verhalten die Experten sich neutral, haben Sie nur ein „Feindbild“, also fällt Ihnen Ihre Positionierung auch leichter. Konzentrieren Sie sich dann stark auf diese Person und verfahren Sie argumentativ strategisch wie bereits oben (Streitgespräch) geschildert.

Nutzen Sie Ihre Medienpräsenz, reden Sie, solange man Sie lässt, lassen Sie sich niemals von anderen Gesprächsteilnehmern unterbrechen, wenn Sie am Wort sind, aber versuchen Sie, dem Moderator sympathisch zu sein, wenn er Ihnen ins Wort fällt, verhalten Sie sich ruhig und lassen ihn das Wort weitergeben.

Achten Sie darauf, dass Sie immer dann, wenn Ihre Gegenseite redet, Sie dieses auch in irgendeiner Form „kommentieren“. Sie könnten ins Bild kommen, jederzeit, immer wieder, also schütteln Sie einmal (oder mehrfach) mit dem Kopf, zeigen Sie Entrüstung, sagen Sie auch einmal an passender Stelle Worte wie „falsch“, „das ist Unsinn“ oder ähnliches.

Lassen Sie keine Fragen anderer (Moderator ausgeschlossen) zu. „Jetzt nicht“, „darauf kommen wir noch“ oder „ich möchte vielleicht auch einmal jetzt reden dürfen, ich habe Ihnen ja auch zugehört“ etc. sind passende Antworten, auch wenn Sie der Meinung sind, Sie hätten ohnehin bereits die meiste Sendezeit belegt, das spielt keine Rolle.

Ist ein Experte gegen Sie, behandeln Sie ihn auch so, verneinen Sie dann ebenfalls alle Argumente, halten Sie dagegen. Ist ein Experte Ihrer Meinung, bekräftigen Sie diese. Zum Beiepiel mit „ich bin froh, dass Sie dieses aufgreifen, hier hören wir das von neutraler Stelle …“ etc. Belegen Sie alle Argumente der Experten für sich positiv, nehmen Sie nur das heraus, was Sie leicht ihren Zuschauern vermitteln können, stellen Sie sich ins rechte Licht, zeigen Sie „Stellvertreterfunktion“.

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